Nomadenleben
Die Maharia sind eine arabisch-stämmiger
Familienclan, die in Nord-Darfur im Sudan leben. Früher
lebten sie von Viehzucht, ihren Kamelen und Schafen, und
zogen von Weidegrund zu Weidegrund. Im Sommer in den Süden
Darfurs, im Winter bis hoch in den Norden an die lybische
Grenze. Ein gefährliches Leben, denn es gab überall verfeindetet
Clans, die nur darauf warteten, anderen ihre wertvollen
Kamele zu stehlen. Heute ziehen deshalb meist nur noch
die Männer
mit den
Kamelen
umher, die Frauen sind sesshaft geworden und leben in festen
Dörfern
in der Nähe der Wasserstellen und Schulen - denn auch Nomadenkinder
müssen lernen.
Wennn die ganze Familie wandert,
bleibt die Frau am Lager und führt den Haushalt. Wasser
holen, Brennholz
sammeln, Kinder und Tiere betreuen, kochen. Ich habe
mit Sahrah ihre Schwester Rabha besucht, als sie sich in
der Nähe von Sahrahs Dorf aufhielt. Rabha war die zweite
Frau von Gibril, einem der führenden Männer des Clans,
und noch sehr jung. Sie erwartete ihr zweites Baby und
freute sich über den Besuch, weil sie die meiste Zeit allein
im Lager war. In dem kuppelförmigen Zelt schläft die Familie,
in der strohgedeckten "Rakuba", dem Schattendach,
wird gekocht. Neben dem Zelt steht Rabhas Sattel: das bogenartige
Gestell wird mit Tüchern verhängt, wenn die Frauen auf
den Kamelen unterwegs sind, damit kein Fremder sie sehen
kann.
Inzwischen sind die Familien vor den
andauernden Überfällen und Kämpfen zwischen Rebellen, Regierungstruppen
und Reitermilizen geflüchtet und leben bei Verwandten in
den Städten el Fasher und Kutum. Ich hoffe, dass alle noch
am Leben sind und dass es Rabha und Sahrah gut geht.

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